Ein Herbst zwischen Himmel und Hölle

Es gibt wohl Dinge die man weiß, ohne dass man konkret weiß was sie bedeuten. Das klingt erstmal komisch. Ist aber so. Gottes Wege zum Beispiel, sind unergründlich. Das weiß man. Was das heißt, weiß man aber oft nicht. Wußte ich lange nicht. Jetzt weiß ich es, und es gibt da die eine oder andere Merkwürdigkeit, die auch Sie interessieren könnte. Aber von Anfang an...


gott1.jpg-DSG Irreal-St. Leopold

Es geschah also Montag nach dem Spiel. Man saß beisammen und besprach zufrieden Dies und Jenes. Dann fiel das Gespräch auf ein heikles Thema: Unsere Taten wurden seit geraumer Zeit nicht mehr zu Papier gebracht bzw. zu Bits und Bites verarbeitet, wie man heutzutage wohl sagen muss. Es ging also um Essentielles. Man nahm Biere zu, und schob Verantwortungen von sich. So ging es hin und her, da plötzlich erhob sich ein Zeigefinger und eine Stimme sprach: "Du schreibst einen Bericht über die Herbstsaison!" So weit, so gut. Doch dann begannen die Merkwürdigkeiten, denn es begab sich Folgendes: Ich blickte nach rechts, nach links und dann nach hinten. Ich sah sogar unter den Sessel, auf dem ich saß. Aber nein. Niemand. Und der Finger zeigte eindeutig in meine Richtung. 

Verdutzt und erschrocken war ich zu einer Erwiderung erstmal nicht fähig. Und wie das nun mal so ist im Leben, offenbaren sich die Dinge just in jenen Momenten in denen man es am wenigsten erwartet. So erkannte ich in jenen Augenblicken, eine Schnitzelsemmel schmausend und ein Bier in Händen haltend, dass es Gottes Fügung war, die mich dazu bestimmte diesen Bericht zu schreiben. Jetzt aber, wo man meinen könnte die Dinge lägen klar auf der Hand, wurde die Sache erst wahrhaft Absonderlich. Oder wie würden Sie es nennen, wenn Sie feststellten, dass Gott spricht und aussieht wie Lukas Peisteiner?

Nun Gut. Gott und -offenbar- unsere Nummer 1 sind allwissend. Ich aber habe den Großteil dessen, was im Herbst geschah bereits vergessen. Was ich weiß ist: Es gab Siege, Unentschieden und Niederlagen. Das erste Spiel war Letzteres. Die Gegner waren Kroaten, beweglich wie Baumstämme und flink wie gemeine Waldigel. 

Das zweite, vierte, sechste und achte Spiel bestritten wir auswärts und daher besser. Es zeigte sich nämlich, dass Irreal nur in der Fremde passabel Fußball spielte. Zuhause war es meist trostlos. Warum dem so war, weiß auch Gott nicht, dafür aber der Teufel. Außerdem erinnere ich mich, dass der Coach immer wieder vom Abstieg sprach und unser Kapitän des Öfteren fehlte. Jules schoss die meisten Tore, Gott kassierte die meisten. Auch irgendwie komisch.

Dann gab es noch Kelly,  der schnellste Spieler mit dem ich gespielt habe, seit sich Hellmann einen Bauch und Frank sein zweites Kunstkniegelenk zugelegt haben. Und Klaus, der im Spätherbst seiner Karriere noch einmal ein ganz anderes Gesicht zeigte. 
Man schloß auf Rang 6 und damit auf exakt der selben Position wie in der Vorsaison. Was die Zukunft bringt? Man weiß es nicht. Sie ist unergründlich wie Gottes Wege. 

 

 
Die gesammelten Ergebnisse der Herbstsaison 2014:
 
Dsg Irreal-St.Leopold : DSG Croatia HSKD                 0:2 (0:0) 
DSG Dynamo Deluxe : Dsg Irreal-St.Leopold              3:2 (2:0)  
Dsg Irreal-St.Leopold : Dsg California Rabbits             3:5 (2:1)
DSG Fortschritt Floridsdorf : Dsg Irreal-St.Leopold      4:6 (0:3)  
Dsg Irreal-St.Leopold : DSG Gießhübl                         2:4 (1:1) 
DSG Royal Rainer : Dsg Irreal-St.Leopold                   1:4 (1:1)  
Dsg Irreal-St.Leopold : DSG Wien United 2012           6:3 (2:0)  
DSG Newroz : Dsg Irreal-St.Leopold                            1:3 (1:2)  
Dsg Irreal-St.Leopold : DSG 1. FC FI                           0:2 (0:1)  
Dsg Irreal-St.Leopold : Paulaner Wieden                     1:1 (1:1)  
DSG Wisla Wien : Dsg Irreal-St.Leopold                      2:9 (1:3)