Ein Beginn nach Maß

Irreal feiert zum Rückrundenauftakt einen 3:1-Sieg bei DSG Hetzendorf

Bundesarchiv_Bild_Jubel.jpg-DSG Irreal-St. Leopold

Dem Tag der Frauen folgte der Tag des Herren. Ein Sonntagabend im Zeichen des Neubeginns. Landauf, landab der Auftakt zum Frühjahrsdurchgang im schönsten Sport der Welt. Weitab von den Zentren dieses Sports, in einem Dorf am Rande der Stadt beging also auch die irreale Mannschaft ihr erstes Spiel im neuen Jahr. Oder sagen wir besser das, was von der Mannschaft übrig blieb. Denn Fußball ist das eine, das Leben das andere und es ist eine dieser Launen des Lebens, dass das Glück eines jeden manchmal das Unglück aller bedeutet. Auslandssemester, Weltreisen, Karriere- und Familienplanungen ließen alle geschwächt zurück. So stand wieder einmal ein letzter Rest bereit, um dem Abstiegskampf und Hetzendorf die Stirn zu bieten.

Dergestalt lauschte man leidlich trainiert, aber gut gelaunt den Worten des großen alten Strategen mit dem wallenden Haar. Mit der Weisheit eines Mannes, der die Welt gesehen und die Zeiten überdauert hat, überbrachte er seinem Team die taktischen Anweisungen für die Partie. Aber mehr als das. Coach Würrer machte einem seiner Schützlinge ein ganz besonderes Geschenk: Er schenkte Hellmann sein Vertrauen.

Das große Spiel begann. Irreal startete gut. Nestlic fand sich plötzlich allein vor dem gegnerischen Torhüter. Doch zur Überraschung aller vergab die sonst so abschlußstarke Nr. 6 kläglich. Kurz danach fand Hellmann seine erste Chance vor. Aber auch er hatte sein Visier noch nicht eingestellt. Danach übernahmen die Gastgeber das Kommando. An di Robertos magischen Händen und der Stange scheiterten allerdings alle Angriffsbemühungen. Unterdessen blickte die Nummer 11 ratlos an den Spielfeldrand, wo ein Mann stand, dessen ruhige Gewissheit Hellmann verblüffte. Einen Augenblick lang hielt er inne und in seinem Herzen eröffnete sich plötzlich die Erhabenheit der ihm überreichten Gabe. Vertrauen. Er öffnete die Augen, trabte in den 16er und erzielte das 1:0. Herr Eder assistierte. Es kam die Pause. Davor und danach wogte das Spiel hin und her. Zu Mitte der zweiten Hälfte fühlte Hellmann, dass die ihm widerfahrene Güte durch mehr als nur ein Tor aufgewogen werden muss. Er trabte in den Straftraum und erzielte das 2:0. Herr Eder assistierte. In der 84. Minute trabte er ein letztes Mal. Diesmal einfach nur, weil er es konnte und lupfte zum 3:0. Irreal befand sich am Ende seiner Kräfte, und Hetzendorf hatte noch ein As im Ärmel. Die eingewechselte Nummer 4 der Gastgeber -nicht unbedingt flink, aber grazil- tänzelte mit der anmutigen Leichtfüßigkeit eines übergewichtigen Baletttänzers durch die Hintermannschaft der Leopoldstädter. Di Roberto sah sich bezwungen. Doch es war zu spät, der Drops gelutscht.

Irreal vertraut auf Würrer, Würrer vertraut Hellmann und schon waren 3 Punkte im Abstiegskampf eingefahren. Wäre die Welt doch nur auch in den folgenden Wochen so einfach gewesen.